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Deep Surface


Karen Linnenkohl / Sabine Linse / Richard Schütz

 

AUSSTELLUNG 08.12.2018 - 05.01.2019

 

ERÖFFNUNG am 07.12.2018, 19 Uhr


Im Zentrum dieser Ausstellung im Rahmen des Jahresthemas "Vom Schein der Dinge" steht die Freude am täglichen Verwirrspiel: Wie weit können wir unserer Wahrnehmung trauen? Bleibt sie nicht unweigerlich an der Oberfläche haften, führen immer genauere Beobachtungen, immer exaktere Untersuchungsverfahren nicht dazu, immer feinere Faltungen einer doch opaken Oberfläche zu ergründen? Was – ganz nebenbei – die Frage aufwirft: gibt es überhaupt ein Darunter oder nur eine immer tiefer gehende Faltung der Oberfläche?
Und: Was von dieser Oberfläche nehmen wir wirklich wahr? Was selektieren wir, was deuten wir hinzu? Wieviel mehr ist das, was wir für Wahr - Nehmung halten, durch unsere Erwartungen geprägt, so dass sie weit mehr die Spiegelung unserer Vorstellungen als eine unverstellte Aufnahme des Wahrgenommenen ist? Deep surface gibt keine Antworten auf diese Fragen, sondern greift das ohnehin bestehende Verwirrspiel auf und lädt ein, sich weiter darauf einzulassen.
Die Arbeiten von Karen Linnenkohl, Sabine Linse und Richard Schütz verführen auf unterschiedliche Weise dazu, sich mit den Abgründen, Verwirrungen und Imaginationen zu beschäftigen, die erscheinen, sobald wir über Sinne etwas Äußeres in uns aufnehmen.


Karen Linnenkohls Foto-Installation handelt von abgelegenen Räumen und Gegenständen, die sich im Laufe der Zeit dort angesammelt haben. Dingen, die zufällig abgestellt wurden, in Vergessenheit geraten sind und Spuren, die Generationen überdauert und durch andere, neu hinzugekommene teilweise überlagert und verdeckt wurden. Die Künstlerin arbeitet mit dem Mittel des Schnappschusses, der scheinbar zufälligen Aufnahme. Hier
bleibt vieles nur angerissen, unscharf, nicht bis ins Letzte erkennbar. Es bleibt dem Betrachter überlassen, die Angebote des Erkennbaren aufzugreifen, offene Stellen auszudeuten und der jeweiligen Situation einen Sinn zu geben.

 

Sabine Linses Inszenierungen sind von einer rätselhaft-absurden Atmosphäre durchdrungen, in der die Verbindung von Vertrautem und Unvertrautem eine Allianz des Komischen mit dem Unheimlichen entstehen lässt. Ihre Bildwelten werden von einer Logik bestimmt, die der der Träume verwandt ist: kausale und chronologische Verbindungen wechseln abrupt mit symbolischen und assoziativen. Das Unerwartete, Fremde erscheint mit einer nahezu harmlosen Selbstverständlichkeit. Die bisherigen Deutungsroutinen gleiten ab, die Scheinsicherheit der unbefangenen Wahrnehmung zerbricht, und der Betrachter wird zu spielerischen neuen Lesarten animiert.

 

Bezeichnend für die Fotografien von Richard Schütz ist die lakonische Abwesenheit einer Bilderzählung. Der Betrachter ist konfrontiert mit der Präsenz aufgegebener Konstellationen, zerfallender Ordnungssysteme und einer beunruhigenden Erfahrung von Leere in der Allgegenwart von Dinglichkeit. Dennoch ergibt sich ein fragiles Gleichgewicht in der Art und Weise wie alles im Bild zusammenkommt und zwischen dem Noch-Nicht und Nicht- Mehr-Sein besteht.

 

 

Scotty e.V.

Projektraum für zeitgenössische Kunst und experimentelle Medien

Oranienstrasse 46

10969 Berlin

 

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Das gekaute Objekt

Sandra Contreras | Anette Kuhn | Sabine Linse | Mariel Poppe | Maria Tello | Héctor Velázquez 


Im instinktiven überlebensnotwendigen Aufnehmen von gegenständlicher wie geistiger Nahrung und dem dabei stattfindenden Kauen verinnerlicht und vereinnahmt der Mensch seine Außenwelt. Es kommt zu einem aufwendigen Transformationsprozess, in dem neues Material aufgeschlüsselt und verarbeitet wird. Dies kann nähren aber auch belasten – dabei liegen Macht und Ohnmacht oft nahe beieinander. In der Ausstellung versammeln sich Objekte, Collagen, Tapisserien und Malereien von großer organischer Haptik und vielfältigster Materie. Zusammen bilden sie ein Universum, dessen Spektrum von der kleinsten inneren Zelle bis zum größten äußeren Kosmos reicht. Die sechs Künstler und Künstlerinnen sind sowohl in Mexiko als auch in Deutschland verwurzelt. Sie pflegen seit etlichen  Jahren einen regen Dialog, sodass ihre sehr unterschiedlichen Ansätze in dieser Ausstellung in engem Austausch miteinander stehen.   (Cathérine Kuebel)

Eröffnung: Freitag der 30. November 2018 um 18:00 Uhr

Einführung: Cathérine Kuebel, Kuratorin der Ausstellung


Ausstellung vom 1. Dezember 2018 bis 27. Januar 2019

Mo–So 10 – 20 Uhr

Galerie im Saalbau (Neukölln) 

Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin 

 

 

 

 

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„ÄRMEL AUFKREMPELN ZUPACKEN AUFBAUEN!"
ONE NIGHT GROUP SHOW


Freitag, 30.11.2018, 19.00 Uhr

Künstler*innen:
Boris Abel, Sonja Alhäuser, Mika Andersen, Robert Barta, Matthias Beckmann, Thomas Behling, Hannes Berwing, Antje Blumenstein, Pedro Boese, Gunnar Borbe, Saskia Breitenreicher, Johannes Bünemann, Matthew Burbidge, Astrid Busch, Alexander Callsen, Till Cremer, Rolf Czulius, Nataly Dietz, Knut Eckstein, Irena Eden & Stijn Lernout, Niki Elbe, Frederik Foert, Monika Goetz, Massoud Graf-Hachempour, Ben Greber, Thomas Grötz, Lise Harlev, Alekos Hofstetter, Stephan Homann , Birgit Hölmer, Sonja Hornung, Irène Hug, Hubi W. Jäger, Jakob Jensen, Thomas Jocher, Uwe Jonas, Klaus Jörres, Sven Kalden, Silke Koch, Karen Koltermann, Karsten Korn, Simone Lanzenstiel, Julia Lazarus, Lichtstrahl & Bleiche, Simon Lindhardt, Sabine Linse, Ingeborg Lockemann und Elke Mohr, Christine Lohr, Frank Maier, Gerhard Mantz, Matthias Mayer, Stefanie Mayer, Wolfgang Mayer, Ulrike Mohr, Peter Müller, Paula Muhr, Leo de Munk, Berit Myrebøe, Kirsten Palz, Manfred Peckl, Kathrin Rabenort, Thomas & Renée Rapedius, Maria-Leena Räihälä, Benjamin Renter, Cornelia Renz, Jiannis Savvidis, Katalin Schaak, Olivia W. Seiling, Johanna Smiatek, Erik Smith, Elisabeth Sonneck, Anne Staszkiewicz, Gabriele Stellbaum, Vassiliea Stylianidou mit Justice for Zak / Zackie Block Berlin (queer activists from greece and Soli Tsoli group), Stoll & Wachall, Max Sudhues, Anja Teske, Peter Torp, Chryssa Tsampazi, Micki Tschur, Kata Unger, Julien Villaret, Gabiela Volanti, Anke Völk, Florian Wagner, Christine Weber, Linda Weiss, Anke Westermann, Barbara Wille, Markus Wirthmann, Michaela Zimmer, Christof Zwiener


Nach einem Jahr Aussetzen kommt sie nun wieder, die One-Night-Group-Show im Spor Klübü. Und nachdem seit 2005 zehn Exemplare dieses Ausstellungsformats Zitaten aus den 1980er Jahren gewidmet waren, werden sie nun auch aus anderen Dekaden kommen. Den Beginn dieser Öffnung bestreitet Franz Josef Degenhardt mit dem Zitat „Ärmel aufkrempeln - zupacken – aufbauen“ aus dem Jahr 1968. Viele Alben, aber nur wenige Singles hat er zu Lebzeiten veröffentlicht. „Vatis Argumente (Ärmel aufkrempeln-zupacken–aufbauen)“ war seine erste Veröffentlichung als Single (später auch als Maxi-Single erschienen).

Das im Lied festgehaltene Gespräch führt „Vati“ nicht etwa mit Rudi Dutschke persönlich, sondern es wird erzählt aus der Sicht des Kindes als imaginäres Gespräch. In einer emotionalen Rede preist „Vati“ seine Leistungen und Errungenschaften im Abgleich mit Dutschke und seinesgleichen. Idealtypisch beschreibt der Text die generationsbedingten unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Perspektiven einer Eltern-Kind-Beziehung zu Zeiten der linksgerichteten Studentenbewegungen der 1960er Jahre. Armer und fleissiger Aufbauer versus Revoluzzer, Scharlatan und Faulenzer. Er - „Vati“-  hat so unglaublich Recht, denn letztendlich hat er den Grundstein dafür gelegt, dass andere nun ein freigeistiges Leben führen können und zu allem Überfluss dann auch noch „klugscheissen“. Klingt eigentlich korrekt, aber leider bemerkt „Vati“ nicht, dass er inhaltlich nicht viel zu bieten hat und mit seiner rückwärts gerichteten und verklärten Sicht auch völlig alleine steht bzw. eher Verachtung als Lob erntet. 

Was bedeutet das damalige Gespräch eigentlich für heute? Ist es immer noch das gleiche generationsbedingte konfliktgeladene Phänomen, oder lässt sich das heute gar nicht mehr so eindeutig lokalisieren? Weil es etwa diesen „Vorsprung“ der jungen Generation, diese frische neue Ernsthaftigkeit im Umgang mit Gesellschaft und Politik, die im Grunde automatisch zu einer engagierten Haltung führen muss, nicht mehr gibt? Fehlen die großen Impulse dafür? Gründe hat bzw. hätte man ja ausreichend, sogar mehr denn je, oder?  Was wären „gesunde“ Anzeichen für eine Wiederholung dieser Geschichte von 1968? Cool bleibt jedenfalls „Vati“ trotzdem. Ärmel hochkrempeln – zupacken – aufbauen. Das klingt wirklich cool!

 

 

Spor Klübü

Freienwalder Str. 31
13359 Berlin
Tel.: 0179-8593744
U8 Pankstr./S Bornholmerstr.

 

 

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7 Walks in the Woods

 

Mit Katja Grüneberg-Wehner, Jutta Kneisel, Anja Jensen, Anka Landtau, Linda Lammert Lildholdt, Alexander Pröpster, Sabine Linse und Clement Price-Thomas

 

2. Juli – 3. September 2017

Eröffnung: 2. Juli, 12.00 Uhr

 

Ort:

ANKAundANDERS

24891 Struxdorf, Bellig 4

 

 

 

Ein Projekt der

Gesellschaft für zeitgenössische Konzepte e.V.

Kunstverein Kiel

 

 

 

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El Objeto Masticado

 

Sandra Contreras, Anette Kuhn, Sabine Linse, Mariel Poppe, Maria Tello, Héctor Velázquez

 

26.1.2017 - 25.3.2017 / verlängert bis 8.4. 2017

 

iCasa de la Primera Imprenta de América,

Lic. Primo de Verdad 10

Colonia Centro

México D.F.